Politik

„Wir haben genug“: Junge Menschen rufen in 34 deutschen Städten zu Protesten auf

Die Initiative „Gen Z regelt“ mobilisiert für Samstag zu bundesweiten Demonstrationen. Im Mittelpunkt stehen bessere Zukunftsperspektiven, soziale Gerechtigkeit und die Forderung, junge Menschen politisch stärker einzubeziehen.

Proteste von Berlin bis Köln

Auch in Deutschland wollen junge Menschen ihren Unmut auf die Straße tragen. Die Initiative „Gen Z regelt“ hat für Samstag Protestaktionen in 34 Städten angekündigt. Unter anderem will sie Demonstrationen in Berlin, München, Frankfurt und Köln organisieren.

Die geplanten Kundgebungen beschreibt die Initiative als friedlich, überparteilich und offen für alle. Bis Donnerstag hätten nach ihren Angaben mehr als 150.000 Menschen online ihre Teilnahme zugesagt. Wie viele davon tatsächlich auf die Straße gehen werden, bleibt offen. Den größten Zulauf erwarten die Veranstalter in Köln.

Bemerkenswert ist eine weitere Angabe der Initiative: Rund 90 Prozent der interessierten Jugendlichen würden sich erstmals politisch engagieren.

Deutliche Botschaft an Friedrich Merz

Die zentrale Forderung lautet: Die Politik soll den Problemen von Kindern und Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit schenken.

„Wir haben genug. Wir haben beschlossen, am Samstag gemeinsam zu protestieren“, erklärte ein Sprecher der Initiative am Freitag in Köln. Seine Botschaft richtete er ausdrücklich an Bundeskanzler Friedrich Merz: „Herr Merz, wir werden unser verfassungsmäßiges Versammlungsrecht weiter ausüben, bis Sie aufhören, uns zu ignorieren.“

Die Initiative beschreibt eine Generation, die sich von zahlreichen Krisen betroffen fühlt und zugleich kaum Perspektiven für die eigene Zukunft erkennt.

Kritik an Kürzungen und ungleicher Lastenverteilung

Besonders scharf kritisieren die jungen Menschen Einsparungen bei Bildung, sozialen Angeboten, Kultur und Gesundheit. Aus ihrer Sicht treffen diese Kürzungen gerade jene Bereiche, die für ihre Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe entscheidend sind.

Zugleich wirft die Initiative der Politik eine ungerechte Verteilung wirtschaftlicher Belastungen vor. Während große Unternehmen weiterhin Gewinne erzielten und Milliarden in die Aufrüstung flössen, müssten junge Menschen die Folgen gekürzter öffentlicher Leistungen tragen.

Damit verbinden die Veranstalter ihre Forderung nach besseren Zukunftschancen mit einer grundsätzlichen Debatte über politische Prioritäten: Welche Ausgaben werden gesichert – und wo wird gespart?

Klimaschutz, Wehrpflicht und Überwachung

Zum Forderungskatalog gehört außerdem eine sozial gerechte Klimapolitik. Darüber hinaus wendet sich die Initiative gegen eine Ausweitung staatlicher Überwachung und gegen eine verpflichtende Einberufung zum Wehrdienst.

Auch den Fachkräftemangel sprechen die Organisatoren an. Fehlendes Personal verschärfe die Probleme an Schulen sowie in der Pflege und im Gesundheitswesen. Die Folgen seien bereits im Alltag spürbar.

Polizei bereitet sich auf Demonstrationen vor

Zur Begleitung der angekündigten Proteste sollen Tausende Polizeikräfte eingesetzt werden. Bei Bedarf soll die Bundespolizei die Polizeibehörden der Länder unterstützen.

Die Veranstalter betonen unterdessen den friedlichen Charakter ihrer Aktionen. Mit den Demonstrationen wollen sie ihren Forderungen bundesweit Sichtbarkeit verschaffen und den Druck auf die Bundesregierung erhöhen.

Der politische Anspruch ist deutlich: Junge Menschen wollen bei Entscheidungen über ihre Zukunft stärker gehört werden.

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